FC Schalke 04 - RCD Mallorca 0 : 1

3. Spieltag 2001/2002
Mittwoch, 27. September 2001, 20.45 Uhr, Arena AufSchalkke

Schalke:
Reck - Hajto, Waldoch, van Kerckhoven - Oude Kamphuis
van Hoogdalem, Nemec, Böhme - Möller - Agali, Mpenza

Mallorca:
Roa - Olaizola, V. Fernandez, Nadal, F. Soler - Novo
Engonga, M. Martin, Diaz - Eto'o, Luque

Tore: 0 : 1 Eto'o 65. Min.


Zuschauer: 51816 (ausverkauft
Schiedsrichter: Levnikov, Nikolai
Gelbe Karten: Waldoch, Ode Kamphuis - Eto'o, Nadal

Schalkes Manager Rudi Assauer findet nach dem 0:1 gegen Mallorca harte Worte
Gelsenkirchen, 27. September. Ein Mann klarer Worte war er schon immer, unverblümt und frei heraus sagt Rudi Assauer seine Meinung. Doch was Schalkes Manager diesmal von sich gab, kam aus tiefstem Herzen, mit abgrundtiefer Enttäuschung.
"Die Mannschaft hat im letzten Jahr sehr viel investiert, um die Champions League zu erreichen. Jetzt hat sie in kurzer Zeit alles kaputt gehauen." Die 0:1-Schlappe gegen Real Mallorca, die dritte Niederlage im dritten Auftritt in der Königsklasse, hatte den Manager des FC Schalke 04 tief getroffen. Seine Worte ließen an Deutlichkeit nichts vermissen.

An die Festtage in der Arena AufSchalke, die er den Fans vor nicht allzu langer Zeit versprach, hatte er selbst geglaubt; die Spiele auf der internationalen Bühne sollten sein "Lebenswerk" krönen. "Durch die Arena sind wir europaweit bekannt geworden, jetzt sollten wir das auch mit dem Fußball tun", war Assauers innigster Wunsch, eine Mannschaft von Format in diesem Prachtbau zu erleben. Und dann dieser Auftritt vom Mittwoch Abend . . .

"Ich habe keine Erklärung dafür, die Mannschaft ist gegenüber der letzten Saison nicht wieder zu erkennen", war Assauer von der spielerischen Armut, der Kopf- und Ideenlosigkeit regelrecht erschüttert. Neben dem Schalke-"Macher" saß sein Trainer Huub Stevens mit versteinerter Miene - und dem dürfte nicht entgangen sein, dass auch er in Assauers Generalabrechnung eingeschlossen war.

Der Holländer hatte, im Gegensatz zu seinem Manager, seiner Mannschaft "eine gute Einstellung" bescheinigt, mehr aber die defensive Spielweise der Mallorquiner angeprangert und für die Schalker Niederlage verantwortlich gemacht; mit einer kleinen Einschränkung: "Wir haben in der Offensive nicht das gezeigt, was wir können."

Da ging Assauer doch weit schonungsloser vor, ließ kein gutes Haar an der Darstellung der Blau-Weißen, die in der Arena gegen Panathinaikos Athen und Real Mallorca schlichtweg versagt und lediglich beim unglücklichen 2:3 in London den Nachweis internationalen Formats erbracht hatten. "Erst haben wir uns gefreut und jetzt blamiert", brachte Assauer die Enttäuschung auf den Punkt. So hatte er sich die Rückkehr der "Euro-Fighter" von 1997 auf die europäische Bühne nicht vorgestellt.

Und jetzt brechen ganz harte Zeiten an. Der Trip auf die Ferieninsel Mallorca hat für die Schalker, die nach der Hälfte der Champions-Vorrunde mit null Punkten und 2:6-Toren zusammen mit Lazio Rom die schlechteste Bilanz aller 32 Teilnehmer aufweisen, wohl nur noch Urlaubs-Charakter, in Athen und gegen Arsenal London folgen internationale "Freundschaftsspiele"; selbst der "Trostpreis" namens UEFA-Cup für den Tabellendritten ist fern der Realität.

Da ist nicht ausgeschlossen, dass nach der Bundesliga-Partie gegen Energie Cottbus mehr als eine 90-Minuten-Analyse gefragt sein wird. Für Schalke stehen am Samstag nicht nur drei Punkte auf dem Spiel. Elisabeth Hammelstein

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Das Zitat: "Wenn ich eine Einladung zur Nationalmannschaft erhalte, werde ich absagen. Denn da sollten nur die Besten spielen, und ich gehöre im Moment nicht dazu."

Schalkes Jörg Böhme selbstkritisch, nachdem er beim 0:1 gegen Real Mallorca "unter aller Kanone" gespielt hatte. DFB-Teamchef Völler hat ihn jedoch eingeladen.


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